Scattergramme
In diesem Abschnitt finden Sie eine Erläuterung zu Scattergrammen (auch Scatter oder Scatterplots genannt) aus der Sysmex XN/XR-Serie, mit Schwerpunkt auf den WDF-, WNR- und RET-Kanälen. Scatterplots bilden die Grundlage der differenziellen Leukozytenanalyse und ermöglichen einen visuellen Einblick in Zellpopulationen und deren Abweichungen.
Scattergramme sind ein leistungsstarkes Instrument zur Untersuchung von Blutzellen. Die Muster sind sensitiv, jedoch nicht vollständig spezifisch und können daher von den auf diesen Seiten gezeigten Beispielen abweichen. Interpretieren Sie das Diagramm stets im Zusammenhang mit der Morphologie und weiteren Laborparametern.
Messung
Im Sysmex XN werden Zellen mittels Durchflusszytometrie analysiert. Nach Zugabe spezifischer Reagenzien werden die Zellen je nach Kanal fixiert, lysiert oder gefärbt. Anschließend passieren einzelne Zellen einen Laserstrahl, wobei mehrere physikalische Eigenschaften gemessen werden:
- Forward scatter (FSC) – in Beziehung zur Zellgröße
- Side scatter (SSC) – in Beziehung zur internen Komplexität
- Side fluorescence (SFL) – in Beziehung zum Nukleinsäuregehalt
Forward Scatter
FSC ist ein Maß für die Zellgröße: höhere FSC-Werte weisen auf größere Zellen hin, niedrigere Werte auf kleinere. Thrombozyten zeigen die niedrigsten FSC-Werte, während Monozyten, plasmazytoide Lymphozyten und einige Blasten zu den größten Zellen gehören.
Niedriger FSC
Hoher FSC
Side Scatter
Die zelluläre Komplexität wird hauptsächlich durch das Vorhandensein intrazellulärer Strukturen wie Granula bestimmt. In geringerem Maße spielen auch die Kernform (Lobulation) und das Vorhandensein von Vakuolen eine Rolle. Im Sysmex-WDF-Kanal zeigen Eosinophile aufgrund des Effekts des Reagenzes auf ihre Granulation einen höheren SSC als üblich.
Niedriger SSC
Hoher SSC
Side Fluorescence
Das SFL-Signal spiegelt den Nukleinsäuregehalt der Zellen wider. Zellen mit hohem SFL enthalten mehr RNA und/oder DNA, was häufig auf eine erhöhte Aktivität oder Proliferation hinweist. Zwischen SFL und FSC besteht nur eine begrenzte Korrelation; obwohl größere Zellen meist auch ein höheres SFL zeigen, gibt es Ausnahmen wie Blasten mit relativ niedrigem SFL oder aktivierte Lymphozyten mit erhöhtem SFL trotz ihrer geringeren Größe.
Niedriger SFL
Hoher SFL
Dichte
Die Punktdichte in einem Scatterplot spiegelt die Anzahl von Zellen mit ähnlichen physikalischen und fluoreszenzbezogenen Eigenschaften wider. Ein Scatterplot zeigt somit nicht nur das Vorhandensein von Zellpopulationen, sondern auch deren relative Größe und Homogenität.
- Eine hohe Punktdichte weist auf eine große und relativ homogene Zellpopulation hin
- Diffuse oder verstreute Muster können auf Heterogenität, Aktivierung oder das Vorhandensein abnormaler Zellen hindeuten
- Verschiebungen, Verbreiterungen oder Überlappungen zwischen Populationen sind häufig frühe Hinweise auf abweichende Morphologie oder seltene Zelltypen
Die Abbildung zeigt von links nach rechts eine graduelle Zunahme von Diffusion und Dichte. Zunächst ist eine Population mit geringer Dichte zu sehen, gefolgt von einer mittleren Dichte mit normal diffusem Muster, anschließend eine leichte Zunahme der Diffusion, danach eine ausgeprägte (extreme) Diffusion und schließlich eine Population mit sehr hoher Dichte.








































